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„Das ist isotonisch!“ – Alkoholfreies Bier nach dem Training?

Die letzte Wiederholung ist geschafft, der Schweiß rinnt in Bächen vom geschundenen Körper. Zeit für ein Bier! Seltsame Vorstellung? Aber die Werbung verkauft doch alkoholfreies Bier als das ideale Sportgetränk. Nur Marketing oder hat diese Sache einen wahren Kern?

 

104 Liter Bier trank der durchschnittliche Deutsche im Jahr 2016. Damit lag Deutschland im europäischen Vergleich auf Platz zwei hinter Tschechien mit 143 Liter. Eine enorme Menge und das trotz rückläufiger Tendenz: Anfang der 90er Jahre lag der Pro-Kopf-Verbrauch bei 143 Liter. Der Anteil an alkoholfreiem Bier lag dabei bei knapp sechs Prozent, Tendenz steigend. Doch genug der Zahlen. Ist alkoholfreies Bier nun wirklich ein geeignetes Sportlergetränk?

 

Streng nach dem Reinheitsgebot

Wie auch der alkoholhaltige Bruder wird alkoholfreies Bier hierzulande nach dem Deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut, darf also nur Wasser, Gerste, Hopfen und Hefe enthalten, wobei letztere im Originaltext nicht erwähnt ist. Zu der Entstehungszeit war es nämlich noch nicht möglich, Hefe zu züchten, sodass man sich auf die Hefesporen, die sich in der Luft befinden, verlassen musste und die Hefe daher nicht explizit nannte. Während des Brauprozesses vergären diese Inhaltsstoffe, wodurch ganz natürlich Alkohol entsteht. Genau diesen will man ja aber bei alkoholfreiem Bier nicht haben, weshalb sich die Brauer zwei Wege haben einfallen lassen, ihn zu reduzieren: Entweder wird auf den Gärprozess Einfluss genommen, sodass hierbei weniger Alkohol entsteht oder dieser wird dem Bier nach dem Brauen schoenend entzogen.

Wissenswert ist, dass auch alkoholfreies Bier einen gewissen Anteil Akohol enthält. Dieser liegt bei höchstens 0,5 Prozent. Damit ist alkoholfreies Bier in bester Gesellschaft, denn auch andere Getränke dürfen entsprechende Spuren von Alkohol enthalten. Traubensaft beispielsweise, der gerne als optimaler Begleiter von Creatin genannt wird, darf bis zu einem Prozent Alkohol enthalten. Derart niedrige Alkoholmengen gelten als unbedenklich, sprich sie haben keinen nachweisbaden Einfluss auf die Konsumenten, auch wenn das beispielsweise Kranke sind. Anzumerken ist, dass die meisten alkoholfreien Biere deutlich unter den maximal erlaubten 0,5 Prozent Alkoholanteil liegen.

Es lässt sich also festhalten, dass alkoholfreies Bier ein von den Ausgangsstoffen und der Herstellung betrachtet sehr hochwertiges Produkt ist. Doch ist es wirklich geeignet für Sportler?

 

Was der Körper nach dem Training braucht

Blicken wir doch einmal in unseren Körper nach einem harten Training: Es wurde viel Glykogen verbaucht, die Speicher sind zwar in der Regel nicht gänzlich entleert, aber doch merklich zusammengeschmolzen. Durch das Schwitzen wurden dem Körper Wasser und Mineralstoffe entzogen. Um den Regenerationsprozess einzuleiten, ist es an dieser Stelle sinnvoll, dem Körper schnell verfügbare Kohlenhydrate und wertvolle Mineralstoffe zuzuführen. Wer noch mehr über dieses Thema erfahren möchte, sollte einen Blick in unseren Artikel zum Thema „Das perfekte Post workout-Kohlenhydrat“ werfen.

Wir halten fest: Zucker und Mineralien sind es, die unser Körper nun braucht. Das liefert alkoholfreies Bier recht zuverlässig, denn es enthält in den 12 bis 14 Gramm Zucker pro 100ml unter anderem nennenswerte Mengen Maltodextrin und darüber hinaus größere Mengen Kalium, Magnesium und B-Vitamine. Kalorisch liegt alkoholfreies Bier damit bei 60 bis 70 Kalorien pro 100ml und damit im Bereich gängiger isotonischer Sportgetränke.

Spannend ist die Tatsache, das alkoholfreies Bier in der Regel isotonisch ist. Das bedeutet, dass das Verhältnis von Flüssigkeiten zu Nährstoffen dem des menschlichen Blutes entspricht. Dadurch kann das Getränk besonders schnell verdaut werden, die Nährstoffe gelangen also sehr schnell in die Blutbahn und so zu den Muskeln.

Auch interessant: Die weltweit größte Marathonstudie „Be-MaGIC“ (Beer, Marathon, Genetics, Inflammation and the Cardiovascular system) kam zu dem Ergebnis, dass die im alkoholfreien Bier enthaltenen Polyphenole das Immunsystem stärken und Entzüdungen hemmen.

Einen „Mangel“ hat alkoholfreies Bier jedoch: Es enthält nur sehr wenig Natrium. Gerade bei intensiveren Ausdauerbelastungen ist jedoch die Zufuhr von Natrium wichtig, sodass hier unter Umständen „nachgeholfen“ werden müsste.

 

Fazit: Alkoholfreies Bier nach dem Training: eine gute Sache!

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Versprechen der Werbung in diesem Fall tatsächlich nicht leer sind. Alkoholfreies Bier ist nach dem Training in der Tat eine gute Wahl. Nur eines kann es natürlich nicht: Aminosäuren zuführen. Den Shake nach dem Training ersetzt das alkoholfreie Bier also nicht. Nach längeren Ausdauerbelastungen ist die Frage nach der Notwendigkeit einer schnellen Proteinzufuhr aber ohnehin fraglich. Nach dem Krafttraining könnte eine Kombination aus Shake und alkoholfreiem Bier eine gute, wenngleich geschmacklich vermutlich fragwürdige Lösung sein.

 

Nur um das klarzustellen: Niemand braucht alkoholfreies Bier nach dem Training. Es gibt genügend Alternativen wie Saftschorlen, isotonische Sportgetränke oder entsprechende Kohlenhydratmatizen. In vielen Sportarten gehört aber nach der Anstrengung auch das gesellige Zusammensitzen dazu und in solchen Fällen ist ein alkoholfreies Bier eine ausgezeichnete Wahl.

 

Tags: Ernährung

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