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Der Armtag: Lohnenswert oder überschätzt?

Wohl kaum ein Mann, der ein Fitnessstudio besucht, träumt nicht von massiven Oberarmen, die das Hemd zum Spannen bringen. Neben der Leistung im Bankdrücken ist der Umfang des Oberarms die ultimative Messgröße des Trainingserfolges, zumindest aus Sicht der meisten jüngeren Männer im Gym. Und wenn etwas wachsen soll, dann muss man dem auch Futter geben, sprich man muss die Arme intensiv bearbeiten. Am besten gelingt das, indem man ihnen einen extra Tag im Trainingsplan widmet. Gute Idee oder nicht?

 

Die Sache mit den Proportionen

Eines vorweg: Sicherlich gibt es immer Ausnahmen, bei denen im Stile Popeys bestimmte Muskelgruppen einfach alles überragen. Die Regel ist das aber nicht. Man sollte sich also klarmachen, dass bei 70 Kilo Körpergewicht ein 50er Oberarm zumindest äußerst unrealistisch ist. Unser Körper neigt dazu, immer eine gewisse Balance zu halten, daher sind solche Auswüchse eher selten und dann auch alles andere als schön anzuschauen, zumindest für den neutralen Betrachter. Es ist nachgewiesen, dass wir dazu tendieren, Dinge als schön zu bewerten, die ausgeglichen und harmonisch wirken. Wer also einen 50er Oberarm haben möchte, sollte schon aus Gründen der Proportionen ein Interesse daran haben, auch seinen restlichen Körper entsprechend aufzutrainieren.

 

Die Sache mit den Trainingssplits

Vor dem Einsetzen des Internets waren 5er und teils sogar 6er Splits keineswegs die Ausnahme. Der Grund war klar: Magazine wie die FLEX druckten (angebliche) Trainingspläne von Profis ab, die von ambitionierten Nachwuchssportlern natürlich eins zu eins umgesetzt wurden. Wer im Internet heute hingegen als Anfänger seinen 5er Split präsentiert, kann sich der Kritik und dem Spott vieler Leser sicher sein. Hohe Splits sind derzeit nicht en vogue, vielmehr würde der Nachwuchssportler vielleicht sogar den Tipp bekommen, das Armtraining gänzlich sein zu lassen, da die Arme durch schweres Kniebeugen ausreichend Wachstumsreize erhalten würden.

 

Die Sache mit der Motivation

Wie so häufig dürfte die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen. In der Tat dürften die wenigsten Anfänger mit einem 5er Split bestmöglich bedient sein. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass Curls in einem Anfängertrainingsplan nichts zu suchen haben. Zum einen schaden sie ganz sicher nicht, zum anderen ist der Gedanke, dass die spezifische Belastung eines Muskelns letztlich in Hypertrophie resultiert, so abwegig nicht und dann gibt es da noch einen Faktor, den viele gerne vergessen: Spaß. Vor lauter falsch verstandenem Sendungsbewusstsein, das meist eher die Form von Dogmatismus annimmt, wird viel zu selten darüber nachgedacht, dass Training auch einfach ein Hobby ist, das Freude bereiten soll. Und was bereitet uns Freude? Dinge zu tun, von denen wir denken, dass sie gut für uns sind. Hier ist auch ein wenig der Psychologe im Trainer gefragt. Der 70kg Sportler, der 50er Oberarme will, wird kaum hören wollen, dass er sich das abschminken kann, bis er nicht mindestens 200 Kilo beugt und 70er Oberschenkel hat. Das müssten seine Ziele sein, nicht der dicke Oberarm, so der Trainer. Was aber, wenn dem Neuling völlig egal ist, wieviel er beugen kann und 70er Schenkel so gar nicht mit seiner Hosenmode zusammenpassen? Wenn es dem Sportler doch Freude bereitet, seine Arme zu trainieren, dann sollte man ihn das doch bitte auch tun lassen.

 

Die Sache mit dem Armtag

Also zurück zum Anfang: Ein Armtag ist nichts Schlimmes, zumindest solange nicht, wie der restliche Plan Sinn macht. Was richtig ist: Ein Armtag kommt eigentlich erst frühestens im Rahmen eines 4er Splits in Frage, es sei denn, man bastelt sich einen niedrigeren Split und hängt noch eine Sondereinheit für die Arme an. Bei ersterer Variante kann man natürlich argumentieren, dass der hohe Split nicht ideal für einen Anfänger ist, bei der zweiten, dass die Regeneration unter Umständen gestört wird. Alles richtig! Doch wird das die Fortschritte unseres Anfängers wirklich massiv stören? Doch eher nicht. Wo ist also das Problem? Nochmal anders sieht es bei fortgeschrittenen Athleten aus. Zeichnet sich wirklich eine Armschwäche ab, kann es durchaus Sinn machen, diese temporär im Training zu fokussieren, beispielsweise, indem man einen Armtag ausführt und dazu Bizeps und Trizeps jeweils noch zum Rücken-, Brust- oder Schultertraining hinzufügt.

 

Fazit: Vielleicht überschätzt, aber nicht unsinnig!

Gerade Anfänger dürften die Bedeutung des direkten Armtrainings durchaus überschätzen. Ob nun auch noch die vierte Variante einarmiger Kabelcurls gemacht wird oder nicht, spielt bei der Frage, wann man endlich dem ersehnten 50er Oberarm näherkommt, nur eine untergerodnete Rolle. Und ja: Mit Sicherheit trainieren viele ihre Arme mehr als es nötig wäre, insbesondere wenn ein eigener Armtag durchgeführt wird. Negative Folgen hat das aber zumeist auch nicht wirklich. Auch wenn die Armmuskeln beim Oberkörpertraining fast immer synergistisch mitarbeiten müssen, erholen sich diese in der Regel recht schnell wieder. Im Rahmen einer sinnigen Trainingsplangestaltung findet man dafür einen Platz, wenn man denn will. Dann können sie durchaus zum Armwachstum beitragen, vor allem aber die Motivation hochhalten und das ist langfristig der wichtigste Punkt beim Aufbau dicker Arme.

 

Autor: Thomas koch

ironhealth.de

 

Tags: Training

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